Blur
August 24, 2007
Ich gestehe es: ich hatte lange Zeit Angst vor den Ärzten, fand die Rolling Stones furchterregend und Oasis vulgär (daran hat sich nichts geändert, nur daß ich jetzt keine Angst mehr vor den Ärzten habe). Nun muß ich von Alex James von Blur erfahren, daß er „the second-drunkest member of the drunkest band in Britain“ gewesen sei. In diesem Leben kann man sich offensichtlich an nichts mehr festhalten.
Mietpflanzen
August 21, 2007
Welch erstaunliches Geschäftsmodell. Welche Pflanzen hierfür wohl in Betracht kommen? Kakteen? Bonsai-Bäume? Fleischfressende Pflanzen zur Entsorgung?

Straßenschilder
August 18, 2007
Straßenschildern haftet im allgemeinen der Charakter des Dauerhaften, Unwandelbaren an. Das gilt auch für Warnschilder, die nur für kürzere Zeit während der Behebung eines Problemes aufgestellt werden; wenn sie abmontiert werden, so rechnet man damit, daß man sie woanders bei einem vergleichbaren Problem wieder aufstellt (etwa: Vorsicht Baustelle o.ä.).
Dieses Schild hier ist anders. Es scheint nur für dieses spezielle Problem angefertigt worden zu sein und wird nach dessen Behebung wohl entsorgt werden. Es strahlt die rare Kostbarkeit eines besonderen Augenblicks aus.

Das WUMS!
August 15, 2007
Das Windows-und-Mac-User-Syndrom (kurz: WUMS!) greift immer noch (und angesichts des steigenden Mac-User-Anteils immer mehr) um sich.
Worin liegt das Problem? Es gilt für den Mac-User das gleiche, das auch für Q aus der Serie Star Trek gilt: Auf die Kritik „Sie tun so, als ob Sie allmächtig seien und alles wüßten“ kann er (wenn er bei der Wahrheit bleiben will) nur die eine Antwort geben: Aber ich bin doch allmächtig und allwissend, ich habe ja einen Mac.
So einfach ist das.
Das Objektive ist subjektiv
August 12, 2007
Viele neigen dazu, Kriterien für Objektivität zu erstellen, entweder explizit durch Methodologien oder eher implizit durch kulturkritischen Anregungen darüber, dass man sich Kontingenzen und kulturellen Voraussetzungen der eigenen Positionen bewußt sein sollte. All dem liegt die Annahme zugrunde, daß Objektivität in die Tätigkeit den einzelnen Forschers verlegt werden könnte, daß er, wenn er nur die richtige Methode anwendet oder sich seiner eigenen Verhaftetheit bewußt wird, sozusagen das Subjektive vermeiden könnte.
Liegt der Ausweg nicht viel eher in einem radikalen Bekenntnis zur Subjektivität? Und ist der wichtigste Teil dieses Bekenntnisses nicht der Versuch, den eigenen Standort zu klar wie möglich zu benennen und nicht hinter methodologischen Diskussionen oder kulturphilosophischen Standort-Überlegungen zu verstecken? In diesem Sinne wäre Golo Manns Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts positiv zu bewerten: Mann sagt nämlich sehr klar, wo er steht und was er denkt — und bietet damit Anregung zu Kritik und Revision, zu Intersubjektivität, die weit mehr von Objektivität hat als alle starren, autorfixierten Ansätze.
Das nur, weil mir dieser ganze inhaltsleere methodologische Kram und die ortlose Orthaftigkeit, die sich an Universitäten und Forschungsanträgen immer mehr breitmacht, zunehmend auf die Nerven geht.
Weimarer Kopfsteinpflaster
August 9, 2007
In der Kulturhauptstadt Weimar stellt sich die Situation mit dem Kopfsteinpflaster etwas anders dar als in Jena. In Weimar kann man es keinesfalls zulassen, daß zahlungskräftige Touristen vor den zahlreichen Restaurants und Kultur-Souvenirläden durch Unebenheiten und Schluchten zu Fall gebracht werden. Das Kopfsteinpflaster liegt hier sanft ausgebreitet wie eine Seidendecke:

Damit bleibt den Touristen eine der zentralen Thüringer Sehenswürdigkeiten vorenthalten. Aber mit irgendetwas muß Jena ja noch konkurrieren können.
Widerwärtig
August 3, 2007
Wie man hört, haben afghanische Entführer zweimal auf eine Geisel geschossen, nachdem sie einen Herzanfall erlitten hatte. Kann man sich etwas Niederträchtigeres ausdenken?