Microsoft Word

Mai 19, 2007

Ein Argument, das für die Verwendung von Microsoft Word häufig angeführt wird, ist, daß es fast alle anderen auch verwenden und man daher aus Kompatibilitätsgründen dazu gezwungen sei, damit zu schreiben. An diesem Argument kann aber etwas nicht stimmen. Denn meine Alltagserfahrung ist, daß Word mit Word-Dokumenten häufig überhaupt nicht kompatibel ist. Andere Programme (etwa Mellel, Pages und OpenOffice) kommen mit Word-Dateien häufig besser zurecht als Word selber.

Dies bedeutet, daß die Verwendung von Word nicht als Folge eines Gefangenendilemmas (ich muß, weil die anderen auch machen und ich keine Alternative habe) erklärt werden kann. Es muß sich hierbei eher um eine Art Denkblokade handeln, welche um folgende These herum gruppiert ist: gut kann nur sein, was teuer ist und Schulung erfordert. Am besten verdeutlicht dies das Handeln staatlicher Universitäten. Da wird nämlich a.) durch das Aufspielen auf den Server und b.) durch das Anbieten von Schulungsveranstaltung zur Umrundung der Nachlässigkeiten von Word kräftig Werbung für dieses Stück kommerzielle Software gemacht.

Die wordspezifische Denkblokade ist sogar im durchschnittlicherweise weitaus vernünftigeren Mac-Lager festzustellen. So scheint die Drohung von Microsoft, Office für den Mac einzustellen, bei Apple immer wieder Wirkung zu zeigen. Rational betrachtet müßte man doch bei Apple eigentlich froh sein, den einzigen Virus loszuwerden, der unter System X läuft.

Das Geschäftsmodell von Microsoft scheint ganz grundsätzlich auf folgender Logik aufgebaut zu sein. Kunden sind froh, a.) für ein Produkt teuer bezahlen zu dürfen und b.) ständig beschäftigt zu sein. Das ist sehr schön für Microsoft. Nur: Hat eigentlich schon einmal jemand den volkswirtschaftlichen Schaden errechnet, der durch Word verursacht wurde?

Geringe Komplexität

Mai 16, 2007

Kaum jemals bemerkt wurde, daß iTunes die Qualität von Musikstücken bewertet. So erhält zum Beispiel meine AAC-Version von Glenn Goulds Einspielung des Siegfried-Idylls von Wagner das Etikett „Geringe Komplexität“, wohingegen Karel Gotts „Die Biene Maja“ nicht in dieser Art und Weise abgewertet wird. Klingt plausibel.

John Lennons Schwester, Julia Baird, ist eine erstaunliche Frau. In einem Interview äußert sie zwei zentrale Thesen: 1.) Die Rolling Stones seien aufregender und (besser) als die Beatles und 2.) alles sei ohnehin viel besser geworden, wenn „John“ nie eine Gitarre berührt hätte. Ich persönlich halte die erste These für weitaus problematischer als die zweite. Zuzustimmen ist ihr nur in dem Punkt, daß die erste Single der Beatles, „Love Me Do“, nicht gerade viele Erwartungen habe wecken können.

Wer einen Ego-Schub benötigt, dem sei das Rolling-Stone-Interview mit John Lennon und Yoko Ono vom Dezember 1970 ans Herz gelegt (zu finden im iTunes Store unter Podcasts). Für den Umgang mit den Zeitgenossen sei am besten dieser Spruch anempfohlen: „I want to see his f…ing album.“

Analysten gehen davon aus, daß die peinliche Verzögerung von Leopard, der neuen Betriebssystem-Version von Apple, nicht durch die Arbeiten am iPhone, sondern durch eine grundsätzliche Umstellung des User-Interfaces bedingt sei. Apple wolle weg von überlappenden Fenstern hin zu einem „sekundärfensterlosen“ User-Interface, wie sie schon etwa in iTunes und GarageBand realisiert wurden. Und dazu müsste man den Entwicklern von Fremdsoftware einfach noch mehr Zeit geben.

Kehrt man damit zu den Wurzeln aller „Einfalt“ zurück, also zu Windows 1.0? Denn das kannte auch keine überlappenden Fenster. Man darf gespannt sein.

GarageText

Mai 4, 2007

Wer heutzutage Radio hört, etwa Jump!, der wird nach einer auch nur oberflächlichen Beschäftigung mit Apples Kompositions-Software GarageBand bei der Mehrzahl der Stücke etwas enttäuscht sein. GarageBand bietet die verbreitetsten Riffs und Beats zu Genüge an — Hits lassen sich einfach auch selber herstellen.

Meine Frage ist nur, wann es endlich ein GarageBand für das Erstellen wissenschaftlicher Texte geben wird. Ich denke da an einen reichhaltigen Pool von Textelementen für die unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen, Themenfelder und Anwendungsziele, die in mehreren Spuren angelegt und dann von der Software zusammengesetzt werden könnten.

Eine Integration der verschiedenen online-Dissertationsserver und der online verfügbaren Rezensionsorgane wäre ebenfalls wünschenswert.

Dear Sir,

I really liked your last album Chaos and Creation in the Backyard — in spite of the fact that you should have prolongued Fine Line’s brilliant ending and that the pipes in English Tea are almost unbearable. But what really appealed to me is that on the cover you have SHORT hair. Please keep them like that and, please, put an end to those long hair that we usually have to endure („Vokuhila“-style, as we say in German). These hair really look horrible and they betray everything that, I hope, you stand for. If you killed those hair I’d even forgive you Ram’s b-side, most of the Wild Life album and all of 1979’s Back-to-the-egg LP.

Best wishes,
yours Snaut.