Mandarin

November 24, 2009

Ich habe nichts gegen Mandarin. Das ist sicher eine wichtige Sprache, die von ziemlich vielen Menschen gesprochen wird. Aber daß jetzt in Deutschland Eltern auf die Idee kommen, sie ihren Kindern möglichst früh beibringen zu lassen, verstehe ich nicht.

Die Eltern glauben natürlich, daß Mandarin bald Weltsprache wird und ihre lieben Kleinen im Alltag und bei der Jobsuche nicht mehr zurechtkämen, wenn sie es nicht möglichst bald können. Nur: dem liegen zwei Annahmen zugrunde, bei denen ich die erste für sehr unsicher und die zweite für falsch halte.

Die erste Annahme ist, daß China richtig wichtig wird. Das kann sicher so sein. Wenn wir aber eines aus der mehrtausendjährigen Geschichte Chinas lernen können, dann ist es wohl, daß sich China im wesentlichen für China interessiert und die Welt gerne links liegen läßt. Mit allzu viel internationaler Aktivität ist von seiten der Chinesen also nicht zu rechnen. Die brauchen ihr Mandarin wahrscheinlich v.a. dazu, um sich mit ihren Aufständischen zu unterhalten. Oder vielleicht müssen sie sogar das Usbekische lernen, um zu verstehen, was da vor sich geht.

Die zweite Annahme ist: wenn China wichtig wird, dann wird auch seine Sprache wichtig. Wenn das stimmen würde, dann würden die Koreaner schon seit langem mit den Chinesen auf Mandarin kommunizieren. Tun sie aber nicht. Sie reden das mit denen, was sie für Englisch halten. Abgesehen davon wird Mandarin ganz sicher deshalb niemals Weltsprache werden, da es viel zu schwierig ist. Es erfordert so viel Zeit zum Erlernen, daß die Chinesen (die ja doch auch Produkte verkaufen wollen) schnell die Nerven verlieren und gleich auf Englisch anfragen würden. (Im übrigen ist auch aus Japanisch keine Weltsprache geworden. Das Japanische ist an Universitäten immer noch ein Orchideenfach, welches am praktischen Wirtschaftsnutzen orientierten Ökonomen gerne abschaffen würden.)

Sollte man also doch lieber Englisch lernen? Im Prinzip ja, aber am besten nicht auf einem zu hohen Niveau. Sonst wird man nämlich für arrogant gehalten und die Chinesen verstehen einen nicht mehr. Am besten wäre es, man konzentrierte sich auf möglichst schlampiges Erlenen eines Globish, mit dem man nicht vor dem 15. oder 16. Geburtstag (wenn’s interessant wird) beginnen sollte.

Als erste Fremdsprache eignet sich eher etwas, dessen gutes Erlernen gewertschätzt wird und Prestige verleiht (etwa Französisch, Italienisch, Altgriechisch und Hochdeutsch) oder etwas völlig Nutzloses, das einen jedoch fasziniert. Das kann alles mögliche sein. Finnisch etwa, oder Isländisch, oder gar Englisch. Oder eben Mandarin.

Wenn das so weitergeht, werde ich in einem Jahr immer mit Herzklopfen ans Telephon gehen.

Snow Leopard

September 17, 2009

Apples neue Betriebssystemversion, Mac OS 10.6., auch Snow Leopard genannt, sollte sich eigentlich nur auf Verbesserungen “unter der Haube” konzentrieren und keine neuen Funktionen bieten. Wer hätte da gedacht, daß Apple eine solch unglaubliche Neuerung integriert, die mit Abstand größte Verbesserung des Betriebssystems seit der Erfindung des Docks: Snow Leopard zeigt an, welches Programm das Auswerfen eines Mediums verhindert.

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So gesehen am Georg-Büchner-Gymnasium in Rheinfelden/Baden; das ist Baden-Württemberg!

3-D-Desktop

Dezember 11, 2008

In diesem YouTube-Video wird ein wirklich faszinierender 3-D-Desktop vorgestellt. Schlußendlich stellt sich aber die Frage, ob bei der zunehmenden Imitation des Analogen durch die Digitaltechnik der konsequenteste Schritt nicht einfach der wäre, Computer wieder abzuschaffen.

Euphemismus im Geheimdienst

Dezember 4, 2008

Aus einer Buchrezension in Neues Deutschland:

“Wilhelm Dietl gibt Einblicke in die verborgenen Welten von Frauen, die für die CIA, den MI5, das KGB, den DGSE, den Mossad, den BND und die DDR-Staatssicherheit gearbeitet haben. Frauen sind anpassungsfähiger und konsequenter als Männer. Sie wirken deeskalierend, haben einen ausgeprägteren Instinkt und eine bessere Menschenkenntnis, sagt der Autor.”

Ein erstaunliches Beispiel für frauenaufwertenden Euphemismus. Männer in den betreffenden Organisationen würde man wohl eher als unterwürfige Befehlsempfänger und gewissenlose -ausführer bezeichnen — was in der Sache wohl auf’s gleiche rauskommt.

Der Vatikanstaat hat bekanntlich 932 Einwohner auf 0,44 qkm Fläche. Wikipedia ist nun der Meinung, daß damit 2.118 Einwohner auf den qkm kämen — was aber exakt 1186 mehr sind, als der Vatikanstaat überhaupt Einwohner hat. Wo kommen die her? Katholische theologische Scholastik hat hier sicher eine Antwort parat.

Graffiti

Oktober 24, 2008

Der unbekannte Kunstschaffende sieht’s einfach mal andersherum. Oder ist es eine subtile Anspielung auf Michel Houellebeques letzten Roman?

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GoogleEurope

September 2, 2008

In the Google World, Germany partly realized her First World War aims, as you can see in the introductory comic for the browser Chrome:

“Denmark” is the well-known German province. Most likely the “V-8-Team” is a successor of the “V-2-Team” in Penemünde.

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Sein Arbeitsplatz im Auswärtigen Amt.